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Review: “The Rip Tide” von Beirut

The Rip Tide, Foto: andy j miller_flickr

Wer kennt sie nicht, die US-amerikanische Folk-Band Beirut? Hinter dem Projekt steht der Junge Amerikaner Zach Condon, der schon mit 15 Jahren sein erstes Lo-Fi-Album aufnahm. Obwohl er an seiner Schule gut zurecht kam und zu den begabteren Schülern gehörte, bricht er die High School in Santa Fe, New Mexico, mit gerade mal 16 Jahren ab und reist durch Europa. Dort trifft er auf Musikrichtungen, die auch Beiruts Stil prägen werden: Balkan-Blasmusik und die Folklore der Sinti und Roma. Insgesamt bis zu elf Köpfe stehen im Studio, wenn ein neuer Beirut Song aufgenommen wird, immer wieder in neuen Zusammensetzungen. Die einzige Konstante: Zach Condon selbst.

Er war erst 19 Jahre alt, als Beiruts Debüt “Gulag Orkestra” erschien und weltweit gefeiert wurde. Darauf folgte das zweite Album “The Flying Club Cup” und kurze Ausflüge in die elektronische Klangwelt mit einer Mini-LP. Nun legt der ehrgeizige Musiker mit 25 Jahren sein drittes Studio-Album vor. Es hört auf den Namen “The Rip Tide”, also zu Deutsch irgendetwas rund um eine reißende Strömung. Während Zach Condon kürzlich in einem Interview erklärte, er habe sich bislang wie ein Dilettant benommen, da er jeden Monat ein neues Instrument lernen wollte, konzentriert er sich in seinem dritten Longplayer ganz auf Klavier, Trompete und Ukulele.

Und das merkt man, beziehungsweise hört man auch: “The Rip Tide” klingt reduziert. Keine überflüssigen Schnörkel und Füller hier und da, das ist Beiruts Sound auf einen Punkt gebracht. Neben den drei angesprochenen Instrumenten ergänzen Streicher und Orgel das Klangbild, auf den Einsatz von Elektronik wurde gänzlich verzichtet. Zum ersten Mal widmet Condon seine Songs nicht nur fernen Orten und Plätzen in der Welt, sondern auch seiner Heimatstadt und seinem Bundesstaat. Trotzdem klingt das Album keineswegs langweilig oder leer, viel eher prunkvoll und luxuriös. Auch Condons Stimme ist über die Jahre gereift, nie klang er männlicher und bestimmter.