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Der Begriff der Hauntology in der Musik

Hauntology!? Klingt nach einem guten Gruselfilm, aber nicht nach einem Phänomen des französischen Denkers Jacques Derrida. Der Philosoph und Denker, Urheber der “Différance”, schuf mit dem Konzept der Geisterhaftigkeit einen Begriff der ins kontemporär Musikalische überging.

Vieldiskutiert hat es mit der Berliner Transmediale eine perfekte Bühne gefunden. Der Ursprung des Begriffs wird durch Derrida in Marx Ideen zur Geschichte Europas begründet, die er durch den Kommunismus auch in Zukunft verfolgt sieht. Mit Kommunismus hat die musikalische Version von Hauntology wenig zu tun, vielmehr liegt der Fokus auf dem Etymologischen: “Haunting”, dem (geisterhaften) Spuk, dem Eindringlichen und Nachwirkenden kombiniert mit der Ontologie, dem Sein in Grundstrukturen der Realität.

Dieses Konzept drückt sich musikalisch zum Beispiel in Gitarren mit viel Delay, Echo-Effekten auf Stimmen, andächtigen Chorgesängen, gebrochenen Rhythmen und vernebelten Flächen aus – die Moderne neigt dazu, sich selbst zu mystifizieren. Dieses Phänomen wird in der musikalischen Welt besonders aufmerksam betrachtet, stellt es doch einen Paradigmenwechsel in der elektronischen Musik da.Vormals galt elektronische Musik, besonders Techno, als ein entmenschlichtes Genre von repetitiven Strukturen, eine Erklärung seiner Selbst in der Wiederholung, ein Leben im Hier und Jetzt ad infinitum.

Jetzt ist elektronische Musik in vielen Fällen individuell und nahe am Leben des Künstlers und seinen Emotionen. Ein passendes Beispiel für sehr eindringliche Musik mit hohem künstlerischen Anspruch bietet der Soundkünstler Pantha Du Prince aus Berlin, der mit pittoresken Klängen Welten unerreichten Ausmaßes kreiert.

Das künstlerische Ich steht auch bei Projekten wie How To Dress Well weit im Vordergrund – die fragile Stimme des Sängers Tom Krell, um den sich schon ein Personenkult entwickelt hat, erzählt in ihrer Stimmfarbe und mit introspektiven, schmerzenden Lyrics von Gefühlen der Person.

Ein Trend der offenbar nicht so schnell wieder verschwindet und so heisst es abermals: Die Geister, die ich rief…

Elektronisch mal anders Das Brandt Brauer Frick Ensemble

© morganimation - Fotolia.com

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Paul Frick, Jan Brauer und Daniel Brandt machen Techno. Allerdings kann man sie wohl kaum in der Sparte der Electronic Music einordnen, da sie ihre Songs von Hand einspielen. Der 31-jährige Frick hat acht Jahre Komposition bei Friedrich Goldmann an der Universität der Künste studiert und seine Band-Kollegen zuerst im Internet gehört. Brandt und Brauer machten unter dem Namen Scott Techno mit Jazz-Einflüssen. Frick nahm Kontakt auf und bot ihnen eine Zusammenarbeit an. Nun wohnen sie auch in Berlin, um miteinander unter dem Namen Brandt Brauer Frick Techno zu machen. Vor einem halben Jahr haben sie ihr Debüt-Album You Make Me Real veröffentlicht. Dafür haben sie  keine Rechner oder Drumcomputer bemüht, sondern alle Klänge mit echten Instrumenten erzeugt. Mittlerweile ist das Trio auch schon keins mehr – am Donnerstag spielen sie im Berghain als zehnköpfiges Ensemble, alles ganz akustisch.

Zwar hört sich der Sound von Brandt Brauer Frick an wie Techno, ist jedoch von eigenwilliger Klangfarbe. Den Bass zum Beispiel, der für gewöhnlich aus einem Roland-303 stammt, liefert hier die Tuba. Die sieben anderen Musiker, mit denen sie zusammenarbeiten, stammen ebenfalls aus der Berliner Musikszene, beispielsweise aus dem Ensemble Kaleidoskop oder Adapter. Brauer freut sich darüber, dass diese Musiker “von aussen” die Klänge oft ganz anders erzeugen, als das Stamm-Trio sie im Kopf hatte. Dadurch entsteht noch mal eine ganz neue Ebene, die nur durch viele verschieden denkende Einflussnehmer erreicht werden kann. Heute hört sich Brandt Brauer Frick (und Co.) an, als wolle es eine Brücke zum Minimal im Stil von Philip Glas schlagen.

Schrille 90er-Jahre-Retropartys mit viel Musik

© Oliver Muth - Fotolia.com

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Mottopartys sind für viele eine besondere Abwechslung zum normalen Partygeschehen. Beliebt sind dabei 90er-Feten, die schon mit wenig Aufwand vorbereitet werden können. Als erstes steht die Auswahl der richtigen Location auf dem Plan. Diese sollte eine große Tanzfläche, aber gleichzeitig auch die Möglichkeit zum Sitzen bieten. Als nächstes geht es an die Dekoration. Bunte Lichterketten sorgen für eine stimmungsvolle Beleuchtung. Passend zu den 90ern dürfen außerdem alte Gameboys, gegebenenfalls Diddl-Mäuse und Poster von den Backstreet Boys oder Spice Girls nicht fehlen.

An Getränken sollten neben schrillen alkoholischen Drinks auch Eistee und verschiedene Energy-Getränke bereit stehen. Kleine Snacks sind auch immer willkommen. Und hier eine kleine Auswahl von interpreten, die auf keiner 90er Mottoparty fehlen dürfen: Aqua, Backstreet Boys, Blümchen, TicTacToe, Spice Girls und Dr. Alba. Typische Musikrichtungen waren in der 90er Jahren Hip-Hop, Techno, Rave und Eurodance.

Sind alle Vorbereitungen getroffen, gilt es sich selbst passen für das Event zu kleiden. Dem richtigen Styling muss bei solchen Partys natürlich größte Aufmerksamkeit zukommen. Im Trend lagen vor allem Neonfarben, egal ob es sich um Schuhe, Oberteile oder sogar Hosen handelte. Das  Motto lautet klar: Je schriller, desto besser. Experimentelle Farbkombinationen sind ausdrücklich erwünscht. Dabei darf alles gerne schön knapp sein. Allerdings sollte die Wahl eines bauchfreien Tops von der Jahreszeit abhängig gemacht werden. Angesagt waren außerdem Plateau-Schuhe mit einer Höhe von mehreren Zentimetern.

Wenn Sie auch die Haare entsprechend der 90er-Jahre stylen möchten, sollte sich viele kleine Zöpfe flechten und seine Frisur anschließend mit einem bunten Haarband krönen.

Gastautorin Klaudia Pfeffer