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Newcomer: Neon Indian

 

© Stefan Thiermayer - Fotolia.com

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Vor zwei Jahren stellte Neon Indian mit seinem Song “Deadbeat Summer” die Hymne des träge entspannten “Summer of Chillwave”. Auch Toro Y Moi, Memory Tapes und Small Black machten 2009 Musik, die ein Autor des Blogs Hipster Runoff als Chillwave bezeichnete, einem Soundtrack für die Akademiker unter den ”digital natives”. Der Song “Blessa” von Toro Y Moi fasst die vorherrschende Stimmung wunderbar zusammen. “I found a job / I do it fine / not what I want / but I still try”.

Vergangenes Jahr brachten die Chillwave-Pioniere dann Debütalben heraus, doch der Hype war vorbei. Der Popkritiker der New York Times, Jon Pareles, meinte,  Chillwave-Künstler wären zu Hipster, zu unfähig oder zu feige, den 80er Synthiepop, den sie toll finden, überhaupt nur zu imitieren. Deshalb ist 2011 so entscheidend für das Genre. Die Größen der Szene brachten neue Alben heraus. Die Künstler haben Gemeinsamkeiten: Alle sind sogenannte Laptop-Artists, ihre Inspirationen finden sie in der Synthie-Pop-Szene der 80er. Doch jeder hat einen anderen Weg eingeschlagen. Memory Tapes weicht am weitesten von den verrauschten Stimmen des Chillwave ab. Im Gegensatz ist auf dem diesjährigen Debut-Album von Washed Out prototypischer Chillwave zu hören. Auf “Within And Without” bearbeitet Ernest Greene, ein arbeitsloser Bibliothekar, seine Stimme mit Hall und Filtern und unterlegt Shynthiemelodien mit einem gemütlichem Club-Beat. Genauso wie der Kopf hinter Toro Y Moi, Chaz Bundick, der das Lebensgefühl im Summer of Chillwave mit “Blessa” erfasst hat, hatte Greene gerade seinen Abschluss gemacht, als er anfing, Musik zu machen. Toro Y Moi drängt mit seinem zweiten Album aber eher auf den Dancefloor. 

Wie Punk wird Chillwave mit den einfachsten technischen Mitteln erzeugt, ob das allerdings dazu reicht, zum Soundtrack des Cyperpunk gegen die seelenlose Warenwelt zu werden, bleibt fraglich.