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Razzia bei Gitarrenhersteller Gibson

Das Wort Gibson sollte jedem Gitarren-Begeisterten weltweit das Herz höher schlagen lassen: B.B King, Bob Marley, Eric Clapton, Bob Dylan, Frank Zappa oder der Gitarrist von U2 – sie alle spielten oder spielen auf einer Gibson-Gitarre. Die erste industriell in Serie hergestellte E-Gitarre kam aus dem Hause Gibson – die ES-150. Besondere Berühmtheit erlangte Gibsons erste Solibody-E-Gitarre, die sich nach dem berühmtesten US-amerikanischen Gitarristen benennt: Les Paul. Unter einer solchen Gitarre versteht man eine reine E-Gitarre, die keinen Klangkörper mehr bietet. Herkömmliche Gitarren oder frühe E-Gitarren leiten die Schwingung der Saiten auf einen resonierenden Klangkörper weiter, der die Klänge verstärkt und lauter macht, eine reine E-Gitarre nimmt diese Schwingung mittels elektrischer Tonabnehmer ab und leitet sie an einen Verstärker weiter, der sie lauter macht.

Gibson Gitarre, Foto: duncan brown_flickr

Nun machte der US-amerikanische Gitarrenbauer mit Sitz in Nashville im Bundesstaat Tennessee wieder Schlagzeilen – aber leider keine Positiven. Federal Marshals, die Vollzugsbehörde des Justizministeriums, erschienen vollausgerüstet in Kampfmontur bei Gibson, um eine Razzia durchzuführen. Doch es ging nicht etwa um Drogen, die in E-Gitarren geschmuggelt würden, sondern um Holz. Ja richtig gehört, denn seit 2008 gelten in Amerika strenge Strafen für die Einfuhr von illegal geschlagenem Holz. Hintergrund dieser Regelung ist ein Gesetz aus dem Jahr 1900, das eigentlich zum Schutz von Wildtieren erlassen worden war. Amerika ist ja ohnehin für juristische Kuriositäten bekannt.

Noch ist Gibson nicht offiziell angeklagt worden, weiß aber, worum es geht: Schon 2009 wurde Holz, das Gibson aus Madagaskar importieren ließ, als Schmuggelware eingestuft. Gibson widerstritt alle Vorwürfe und stoppte den Einkauf. Nun geht es wohl um Holz, das aus Indien stammt, und ebenfalls aus illegalen Quellen stammen soll. Derweil erleidet Gibson wegen dem unerklärlichen Vorgehen der Amerikanischen Justizbehörde Millionen-Einbussen und kann sich nicht einmal an ein Gericht wenden, da es offiziell keinen Prozess gibt. Besondere Kopfschmerzen macht der Rechtsvertretung die Tatsache, dass die Behörden das Gesetz rückwirkend anwenden. Denn mittlerweile ist ja ein Großteil des angeblich illegalen Holzes schon als Gitarren verbaut und verkauft – werden dann also auch tausende Amerikanische Privatbürger angeklagt?