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Fast allein unter Männern: Die Rapperin Fiva MC

© Martina Marschall - Fotolia.com

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In der deutschen Rapszene sind sie rar gesät, die weiblichen MCs. In Deutschland genauso wie auf dem Rest der Welt ist die HipHop-Szene nach wie vor ein männliches Metier, mindestens 90 Prozent der HipHop-Künstler sind männlich sozialisiert. Von den wenigen Rapperinnen schaffen es nur wenige ganz nach oben, die bekannteste unter ihnen dürfte Missy Elliot sein, die in den USA schon ganz oben in den Charts war.

Im deutsch-sprachigen Raum ist das Klima für Frauen im Rap noch ein bißchen rauer. Seit Ende der 90er sind mit dem Trio Tic Tac Toe und der Frankfurterin Schwester S Rapperinnen wieder aus der Mainstreampresse verschwunden, und nebenbeigesagt ist es durchaus eine Diskussion wert, ob die beiden genannten Acts ob ihrer Qualität ernst genommen werden müssen. Doch wie so oft in der Kunst ist es auch im HipHop: Während in den Charts langweiliger Einheitsbrei vor sich hin blubbert, kocht es in der Subkultur nur so vor Kreativität.

Die Dame, um die es jetzt gehen soll, ist aber mit Abstand die bekannteste aus dem kleinen Zirkel weiblicher MCs in Deutschland, deren Mitgleider man fast an zwei Händen abzählen kann. Nina Sonnenberg alias Fiva MC ist ein alter Hase im Geschäft, seit mehr als zehn Jahren ist sie immerhin schon dabei und kann derweil auch auf beachtliche Erfolge schauen. Angefangen hat alles in der heimischen Küche, in der die damalige Abiturientin im stillen geübt hat, bevor sie sich an die Öffentlichkeit traute. Der erste Auftritt hat funktioniert, zwei Jahre später ist ihr erstes Album Spiegelschrift erschienen, 2006 erfolgte dann der Plattenvertrag beim Label Buback.

Inzwischen muss sie sich über Langeweile oder mangelnde Anerkennung keine Sorgen mehr machen. Sie hat eine eigene Radiosendung, ist erfolgreich bei Poetryslams unterwegs, momenten aus Tour mit ihrem vierten Album ‘Die Stadt gehört wieder mir’ und ist unlängst vom Fernsehsender zdf neo angeheuert worden. Glückwunsch, Frau Sonnenberg, und weiter so. Vorbilder für die nächste Generation Rapperinnen braucht es in diesem Land.

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