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Die Goldenen Zitronen – Punkrock stirbt nicht

 

Punkrock

Punkrock

Punkrock hat ‘No future’? Ganz im Gegenteil, zumindest auf dem musikalischen Parkett ist die Anti-Musik aus den späten 70er Jahren nach wie vor präsent. Angefangen mit den Sex Pistols, The Clash und den Ramones wurde die Musik mit DIY-Attitüde schnell zu einem neuen Jugendkulturphänomen. Aggressive Texte, drei Akkorde, ein rohes, holpriges Schlagzeug und heiserer, lauter Gesang, mehr brauchte es nicht, um die Punkfans glücklich zu machen.

Nicht nur in England und den USA; auch in Deutschland hat sich schnell eine große Punkszene gebildet, und besonders in den 1980er sind unzählige Bands entstanden, die den Deutschpunk bis heute prägen. Eine davon ist die Gruppe Die Goldenen Zitronen. Die Band aus Hamburg, die sich im Jahr 1984 gegründet hat, kann inzwischen auf acht veröffentlichte Studioalben, unzählige Kollaborationen mit anderen Künstlern und Nebenprojekte zurückblicken.

Wie die meisten Punkbands vertreten sie eine radikal linke, gesellschaftskritische und anarchistische Perspektive, anders als die meisten Punkbands verpacken sie diese aber nicht in einfache Slogans zum Mitgrölen, sondern in subtilere, ausgearbeitete Texte. Sie verstehen sich selbst aber weder als reine Schrammelpunks, noch wollen sie das Schlagwort Avantgarde auf ihre Fahne schreiben. Dennoch schätzt das Bandmitglied Hans Platzgumer ihre Musik eher als Kopfmusik ein.

Musikalisch geben sich die Goldenen Zitronen experimentierfreudig. Aus der Deutschpunk-Ecke kommend, haben sie über die Jahre immer wieder andere Spielarten ausprobiert. Mit dem Album ‘Das bißchen Totschlag’ aus dem Jahr 1984, dessen Titel sich auf die rechtsextremen Brandanschläge in Mölln und Hoyerswerda bezieht, wagten sie sich auf das Gebiet von HipHop und begannen, mit elektronischen Beats zu arbeiten, das Album ‘Lenin’ aus dem Jahr 2007 erinnert mit seiner elektronischen, Zitat-gespickten Art kaum noch an frühe Werke.

Was sich jedoch nicht geändert hat, ist das rigorose Ablehnen der Musikindustrie, mit der die Band bis heute nicht zusammenarbeitet. Auch ihre chaotischen Auftritte sind im Laufe der Jahre nicht langweiliger geworden und der Spaß am Provozieren ist ihnen ebenfalls nicht abhanden gekommen.

Bilderrechte: © Konstantin Li – fotolia.com

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