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Das erste Konzert seit fünf Jahren: New Order in London

© sborisov - Fotolia.com
London steht für seine berühmte Szene, die allenfalls in Camden, einem Stadtteil im Norden der Stadt, ihre Runden dreht. Hier geben sich Stars die Klinke mit dem Fußvolk in die Hand. Amy Winehouse lebte hier, sang oft in einer der Karaoke-Bars, wo jeder Zugang hatte, The Libertines-Mitglieder Carl Barat und Peter Doherty tranken letztens hier Kaffee. Ein kurioses Bild, wenn man einen der Stars hautnah in Camden erlebt. Doch eine Band, bei der man dachte, sie gäbe es seit fünf Jahren nicht mehr, feierte nun ihr Comeback – allerdings nicht in Camden.
Denn dort, wo die alten Docklands stehen, gibt es nur wenige Touristen. Hier gibt es nicht das berühmte coole Londoner szenige Leben, sondern einfach nur viele junge Londoner, zumeist Studenten. Hier gab die Band “New Order” ihr erstes Konzert seit fünf Jahren. Gerüchte sagen, dass es innerhalb von 15 Minuten nach Bekanntgabe ausverkauft gewesen sein soll. Wer New Order nicht kennen sollte, bekommt nun noch einmal die Chance in den Geschichtsbücher der Musik zu kramen oder sich einfach zu erinnern, denn New Order feierte seine meisten Erfolge in den 80er-Jahren.
Und dieses Flair der 80er lebten New Order im Troxy wieder auf. Denn nur zwei Songs spielten sie, die nach den 80er Jahren entstanden sind. Denn nach den 80ern kam nicht mehr unbedingt viel. Nur ein Song war so zusagen als “Hit” zu bezeichnen in den vergangenen 18 Jahren: “Crystal”. Natürlich spielte auch ein Song von Joy Divison eine Rolle, der den britischen Pop-Rock maßgeblich beeinflusst haben dürfte: “Love will tear us apart again”. Schließlich haben zwei der Mitglieder von New Order Anteil an der Produktion von dem Klassiker in der Szene.
Die Experimentalgötter von Animal Collective
Im umfangreichen Werk der Musiker von Animal Collective gibt es immer wieder einiges zu entdecken. Denn ihre Musik ändert sich laufend. Die amerikanische Band macht seit mehr als 10 Jahren auf sich aufmerksam. Mal in Form von Alben, Mal in Form von EPs oder Musikfilmen. Für die treu ergebenen Fans bedeutet das, dass sie sich immer wieder die neuen Platten zulegen müssen. Und außerdem müssen sie fast ununterbrochen Animal Collective hören. Was dabei noch erstaunlicher ist: die Ergüsse der Band sind jeweils ziemlich unterschiedlich. Und bleiben trotzdem immer unverkennbar. Was wir jedoch am erstaunlichsten finden, ist die hohe Qualität, die die Band mit ihren Werken immer wieder erreicht.

Animal Collective, Foto: riotonsunset_flickr
Die Musik der Band wird als poppig, melodiös, chaotisch, sonnig, unruhig, verträumt, oft abenteuerlich bezeichnet. Man kann sie schwer beschreiben oder in eine Musikrichtung einordnen. Denn es gibt kaum vergleichbare Bands. Außerdem ist die Band so vielseitig, dass man sie mit nur einem Album kaum kennen lernen kann.
Was der Hörer beim Album mit dem Titel MMP oft nicht vermutet: Hinter all den dichten elektronischen Sounds, den zahlreichen eingeflochtenen Geräuschen, dem mehrspurigen und mehrstimmigen Gesang hält sich der Pop versteckt. Wenn man das Album mehrmals gehört hat, stösst man auf Popsongs wie “My Girls”, “Summertime Clothes”, “Bluish”, oder “Taste”. Und die Melodien werden nie langweilig. Wir wollen aber auch die anderen Alben nicht unerwähnt lassen. Auf “Strawberry Jam” aus dem Jahr 2007 gibt es, im Vergleich zum elektronischeren “MPP”, mehr live eingespielte Instrumente wie Schlagzeug, Gitarre oder Bass. Die Musik aus diesem Album ist also näher an Indierock. Das Album “Feels” von 2005 schwankt zwischen ruhigerem, psychedelischem Folk und energiegeladenen, schrägen Popsongs.
Am besten machen Sie sich selbst auf die Reise und lernen die Musik von Animal Collective dabei kennen.
Vor 20 Jahren: Nirvanas Nevermind
Das berühnte Cover Nevermind, Foro: SunToad_Flickr
Bereits 20 Jahre sind seit Veröffentlichung des Albums nun vergangen, als innerhalb kurzer Zeit den ersten Platz der US-Billboard-Charts strmte und sich auch weltweit an die Chart-Spitze arbeitete. Mehr als 30 Millionen Exemplare des Albums wurden seither verkauft.
Dave Grohl, Krist Novoselic und Kurt Cobain wurden so zu wahrhaften Ikonen einer ganzen Generation und Songs wie „Smells Like Teen Spirit“ auch noch lange nach dem Selbstmord des Sängers und Gitarristen Im Jahr 1994 zu einer Hymne für ihre Fans.
Drummer Dave Grohl erinnert sich, dass es ein Auftritt in der Show “Saturday Night Live“ war, der ihm vor Augen führte, dass das von ihnen geschaffene Album längst über ihre Köpfe hinauswuchs. Auf einmal waren sie auch Teil „dieser“ Bands, was noch unbegreiflich war, so Grohl, der seit 1994 Sänger und Gitarrist der Foo Fighters ist.
Auch Novoselic war anfangs schockiert über ihre plötzliche Berühmtheit. Während er Zuflucht in einem eigenen Heim suchte, war es für Cobain schwer, von heute auf morgen zum Sprachrohr einer gazen Generation geworden zu sein. Auch privat brachen damals viele Ereignisse auf ihn herein.
Die Bandkollegen erinnern sich genau an ihre Anfänge, als sie noch daran festhielten, die Welt verändern zu wollen. Sie umgehen es, darüber nachzudenken, wie ihr Album scheinbar Einfluss auf eine gesamte Kultur hatte. Grohl und Novoselic begründen die Dimension ihres Erfolges mit der damaligen Zeit, in der viele junge Menschen nichts hatten, an dem sie sich festhalten konnten. So wurde eine einfache Band einem Stück Realität. Auch Produzent Vig ist der Meinung, dass ein solches Album mit dieser Atmosphäre nicht mehr entstehen könne.
Zum Jubiläum erschien nun eine Neuauflage von „Nevermind“ in mehreren Sondereditionen, um sich der Atmosphäre von damals noch einmal hinzugeben.
Die Punk-Ikone Patti Smith
Den Gipfel des Ruhms erreicht die 1946 in Chicago geborene Patti Smith Ende der 70er Jahre. Ihr 1975 erschienenes und von John Cale produziertes Debütalbum “Horses” macht Patti Smith zur bekannten Rock-Poetin, ihr zweites Album
“Radio Ethiopia” beeindruckt mit rauhem, alternativem Rock. Der weltweite Durchbruch gelingt ihr schließlich mit dem etwas kommerzielleren “Easter”, auf dem auch das mit Bruce Springsteen aufgenommene “Because The Night” enthalten ist. Das waren stilbildende Werke, die sich zwar nie sonderlich gut verkauften, heute aber als Klassiker gelten: Die mit berühmten Dichtern wie Sam Shepard oder William S. Burroughs befreundete Sängerin, die selber auch mehrere Gedichtbände veröffentlicht hat, verband New Yorker Garagenrock mit politischer Poetry.
Patti Smith live, Foto: dena flows_flickr
Songs wie “Dancing Barefoot” und das ihrem späteren Ehemann gewidmete “Frederick” enthält, schließt Patti Teil 1 ihrer Musikkarriere ab. Sie zieht in die Provinz bei Detroit und bleibt Hausfrau so lange es geht. Mit
Ehemann Fred nimmt Patti “Dream Of Life” (1988) auf, ein erstes musikalisches Lebenszeichen nach neun Jahren. 1994, während Patti und Fred sich in der Vorbereitung zu einer weiteren Scheibe befinden, erliegt Fred unerwartet einem Herzinfakt. Kurz darauf ereilt ihren Bruder das gleiche Schicksal. Zudem verliert Patti noch zwei weitere Menschen, die ihr zeitlebens äußerst viel bedeuteten: den New Yorker Starfotografen Robert Mapplethorpe und ihren Pianisten Richard Sohl. Trotz dieser Schicksalsschläge stürzt sich Patti Smith in neue musikalische Projekte, Dichterlesungen und Auftritte folgen. Das Album “Gone Again” erscheint 1996, ein Jahr später folgt das von der Kritik wieder als “zu düster” abqualifizierte “Peace And Noise”. Erst im Jahr 2000 gelingt ihr mit Gung Ho eine Platte, die vor der Kritik und beim Publikum Gnade findet.
Im März 2002 erscheint mit “Land (1975-2002)” eine hervorragend gemachte Best Of. Das Artwork glänzt mit schönen Fotos und Dokumenten, die Einblicke in das private Leben der Patti Smith erlauben. Im Sommer 2002 schließlich kommt Patti mit einer gemischten Performance nach Deutschland, bei der nicht nur gesungen, sondern auch vorgelesen wird.
Jimi Hendrix reloaded

Jimi Hendrix, Foto: javaluna_flickr
Jimi Hendrix ist eine Legende. Wer kennt den Virtuosen nicht? Obwohl Jimi seit 1970 nicht mehr unter den Lebenden weilt, ist er noch immer eine beständige Größe in der Musik. Heute noch werden Millionen Platten jährlich verkauft und bald bestimmt noch mehr. In Kürze werden die Live-Mitschnitte der Winterland-Konzerte veröffentlicht. Das waren schon damals legendäre Konzerte, die es bereits in den 80er Jahren teilweise zu kaufen gab. Doch nun kommt das gesamte Werk auf den Markt.
Die Konzerte begannen 1968 in dem gleichnamigen Club in San Francisco. Auf insgesamt vier CDs werden die kompletten Aufnahmen in besonders guter Qualität angeboten.
Während der Winterland-Konzerte hat Jimi Hendrix innerhalb von drei Tagen sage und schreibe sechs Konzerte gegeben. Begleitet haben ihn der nicht minder bekannte Basser Noel Redding und der Drummer Mitch Mitchell. Unglaubliche Musiker, die einen unglaublichen Nachlass hinterlassen haben. Alleine die Klassiker ‘Fire’, ‘Hey Joe’, ‘Foxy Lady’ und ‘Purple Haze’ versetzen einen in die Zeit des Rausches.
Doch nicht nur die Musik lässt das Musikerherz erfreuen, auch die Redseligkeit von Jimi zaubert ein Lächeln beim Zuhören. Sowohl die Soli als auch die zahlreichen Jamsessions sind ein Ohrenschmaus.
Wir können den Nachlassverwalter von Jimi Hendrix nur danken, denn die kompletten Konzerte, sowie die Art ‘Best Off’ überzeugen bereits nach wenigen Sekunden. Es ist so, als ob man in die Tiefen der 68er eintauchen würde. Man hört sich schummrig und genießt die Augenblicke mit Jimi. Unglaublich gelungen sind auch die Coverversionen ‘Like A Rolling Stone‘ von Bob Dylan und ‘Sunshine Of Your Love’. Zu den vier grandiosen CDs erhält man ein 36 seitiges Booklet mit seltenen Fotos und Infomaterial. Ein besonderer Augenblick ist auch das Interview mit Jimi Hendrix.
Gitarrenkoryphäe: Django Reinhardt

Django Reinhardt, Foto: flickr
Django Reinhard wurde als Jean Reinhard am 23. Januar 1910 in Liverchies, Belgien geboren. Er gehörte dem Stamm der Tsiganes an, einer Gruppierung der Zigeuner. Durch die Verfolgung der Tsiganes im Dritten Reich ist die Benennung jedoch rassistisch belastet und wird nicht mehr verwendet.
Als Sohn einer Komödiantin und einer Musikers zog Django mit seinen Eltern durch Belgien, Frankreich und Algerien. 1916 entschlossen sich seine Eltern in Paris zu bleiben. 15 Jahre lang lebten sie in einem Wohnwagen an der Porte de Choisy. Django begann dort in jungen Jahren Geige zu spielen und einige Zeit später Gitarre. Angefangen hat er mit einer sechsseitigen Banja-Gitarre und wurde in kürzester Zeit für seine Hör- und Spielkünste bekannt. Er trat in Lokalen auf und 1928 veröffentlichte er seine erste Platte als Banjospieler.
Im gleichen Jahr brannte sein Wohnwagen ab. Dies hatte zur Folge, dass die linke Hand von Django so stark verbrannt ist, das er Zeit seines Lebens eingeschränkt war. Doch dies hinderte ihn nicht daran weiter Gitarre zu spielen. Er entwickelte eine eigene Gitarrentechnik, die es ihm möglich machte zu spielen.
Django Reinhard hörte zum ersten Mal 1931 die Musik von Duke Ellington, Louis Armstrong und Joe Venuti. Sie inspirierte ihn in seiner eigenen Musik. 1933 hörte der Sänger und Varietéstar Jean Sablon vom Django Reinhardt und engagierte ihn als Begleitung für seine Schlagermusik.
Doch Karriere machte Django erst mit dem Geiger Stephane Grappelli und weiteren drei Musikern. Sie spielten als ‘Quintette du Hot Club de France‘ im fast gleichnamigen Club Hot Club de France und wurden über die Grenzen des Landes bekannt. Django macht später auch Aufnahmen mit Coleman Hawkins und Benny Carter. Ein Erfolg der Django Reinhard zu Kopf gestiegen ist und ihm am Ende seine Karriere gekostet hat.